Sie haben in Beziehungen immer wieder Schwierigkeiten? Die Themen Bindung und Beziehungen zu Eltern, Partnern, Freunden oder Kollegen beschäftigen Sie? Manchmal reagieren Sie ganz anders bei Stress oder Streitigkeiten, als das eigentlich für Ihre Beziehungen gut wäre?
Sie möchten sich hinsichtlich Ihrer Beziehungen weiterentwickeln?
Dann biete ein Bindungsassessment und ein darauf bezogenes bindungsbasiertes Coaching eine guten Entwicklungsmöglichkeit für Sie dar!
Auf Basis eines Assessment Ihrer aktuellen Bindungsrepräsentation mittels eines projektiven Verfahrens erhalten Sie Hintergrundinformationen zu Ihrem Bindungsmuster, möglichen unverarbeiteten Bindungstraumata und Ihren vorrangigen psychischen Abwehrprozessen. Diese Aspekte Ihrer Psyche können nicht über Fragebögen erfasst werden, da sie überwiegend unbewusst repräsentiert sind.
Diese Information können Sie als Basis für die Reflexion bisheriger Beziehungserfahrungen und die Veränderung von Erleben und Verhalten in aktuellen Beziehungen für sich nutzen.
Auf Wunsch kann über das Assessment hinaus an weiteren Terminen ein Coaching hinsichtlich Ihrer Bindungserfahrungen erfolgen. Falls Sie eigene Kinder haben, werden die Informationen zur Bindungsrepräsentation auch hinsichtlich Ihrer Rolle als Bindungsfigur (Fürsorgeverhalten) analysiert, um z.B. die Bindungs-Fürsorge-Beziehung zu einem bestimmten Kind zu verbessern.
Beziehungen prägen uns
Unsere Beziehungen mit anderen Menschen bestimmen maßgeblich, wie es uns geht. Streit und Unstimmigkeiten, gerade mit nahestehenden Personen, lösen meist großen Stress aus. Positive Interaktionen in vertrauensvollen Beziehungen dagegen helfen am besten, Stress wieder zu regulieren und zu entspannen.
Die Bindungstheorie
Wie emotional bedeutsame Beziehungen uns über die gesamte Lebensspanne hinweg beeinflussen, erklärt die Bindungstheorie. Bowlby, der Vater der Bindungstheorie, schrieb bereits in den 1960ern zu Bindung – dennoch ist die Bindungstheorie immer noch aktuell und heute in der Psychologie und Pädagogik überaus präsent. Bowlby bezog sich auf die evolutionäre Bedeutung der ersten Bindung – die zwischen Mutter und Kind – bzw. die Bedeutung aller Bindungen mit konstanten Bindungsfiguren von Kleinkindern, was heute üblicherweise auch Väter oder Großeltern einschließt.
Bindung und ihre Bedeutung
Die Bindungserfahrungen in der frühen Kindheit prägen uns und beeinflussen, mit welchen Erwartungen und Reaktionsmustern wir an alle weiteren engeren Beziehungen herangehen. Auch bestimmen diese Erfahrungen, welche psychischen Abwehrprozessen wir vorrangig in sozialen Beziehungen nutzen, insbesondere wenn es schwierig wird. All diese Erwartungen, Reaktionen und Abwehrprozesse laufen vorrangig unbewusst ab – man kann sie nicht einfach erfragen und leicht willentlich verändern. Das gilt auch für unsere Selbstwahrnehmung, Emotionen, unseren Selbstwert und unser Selbstbild in Beziehungen.
Die unbewussten Repräsentationen von Bindungen, also was von Bindungsfiguren zu erwarten ist und wie wir uns selbst in Bindungsbeziehungen erleben, werden durch die ersten Bindungserfahrungen, meist mit Mutter und/oder Vater, geprägt. Aber auch später im Leben können neue Bindungserfahrungen unsere Repräsentation verändern – in Richtung von mehr Bindungssicherheit oder auch -unsicherheit.
Oft liest man davon, dass jemand eine gute oder starke Bindung, oder jemand anderes eine schwache oder schlechte Bindung hat. Die Bindungstheorie kennt solche Bewertungen nicht. Sie geht jedoch davon aus, dass die Natur es bei günstigen Bedingungen vorgesehen hat, dass wir eine sichere Bindung entwickeln. Und eine sichere Bindung stellt auch eine gute Basis für eine gelungene emotionale und soziale Entwicklung dar. Ebenso funktionieren bestimmte körperliche Funktionen, wie die Regulation der Stresssysteme oder das Oxytozin-System optimal bei Personen mit einer sicheren Bindung. Oxytozin, oft als Bindungshormon bezeichnet, ist ein Hormon und Neurotransmitter, das ein ganzes System für Ruhe, Regeneration und soziale Verbundenheit reguliert.
Sichere und unsichere Bindungsmuster
Unsichere Bindungsmuster sollten im Kontrast zur sicheren Bindung nicht als defizitär oder schlecht bewertet werden. Sie sind immer eine Anpassungsleistungen an eine ungünstigere soziale Umwelt, in die das Kind hineingeboren wird. Das können Eltern sein, die wenig Zeit oder Erfahrung mit Kindern haben, denen Unterstützung durch Verwandte bei der Versorgung des Neugeborenen fehlt, die psychisch oder physisch krank sind, die belastet sind durch Trennungen oder andere Verluste, aber ebenso durch ungünstige Umweltbedingungen wie Armut, Krieg oder Flucht. Auch kulturelle Erwartungen hinsichtlich der Kindererziehung haben Einfluss darauf, wie feinfühlig die Eltern mit ihrem Kind umgehen. Sobald jedoch junge Erwachsene das Elternhaus verlassen, bereiten ihnen die unsicheren Bindungsmuster bei neuen Beziehungen zu Partner oder Freunden oft Schwierigkeiten. Zudem ist die Stressregulation und wie soziale Unterstützung von anderen Personen genutzt werden kann, bei unsicherer Bindung stark eingeschränkt.
Während Eltern von sicher gebundenen Kindern hohe Feinfühligkeit zeigen, ist dies bei Eltern von Kindern mit unsicherer Bindung aus verschiedenen Gründen nicht der Fall. Feinfühligkeit bedeutet, dass die Bindungssignale (Weinen, Quengeln, Schreien, Nähe suchen etc.) wahrgenommen und richtig interpretiert werden und prompt eine passende Antwort zur Stillung des Bedürfnisses (Hunger, Müdigkeit, Schmerzen, Angst) erfolgt.
Ziel von Bindung
Ziel des Bindungssystems beim Kind und des Fürsorgesystems bei den Eltern ist der Schutz des Kindes und die Regulation negativer Zustände, die mit physiologischem Stress und negativen Emotionen einhergehen. Die Bindung des Kindes an die Mutter (Eltern) und das Fürsorgesystem der Eltern zielen beide darauf ab, das Leben des Kindes zu schützen und gute Entwicklungsbedingungen zu bieten.
Nur eine sichere Bindung gewährleistet dies optimal. Kinder mit unsicherer (vermeidender oder ambivalenter) Bindung, die wenig feinfühlige Eltern haben, erhalten zwar immer noch genügend Schutz, aber ihr Stress und ihre Emotionen werden nicht adäquat reguliert. Und dann gibt es noch Kinder mit unverarbeiteten Bindungstraumata, die ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen mit sich bringen.
Bindungstraumata und Desorganisation in der Bindungs-Fürsorge Beziehung
Ein Bindungstrauma kann jede Erfahrung sein, bei der eine Bindungsfigur Angst beim Kind auslöst oder in Reaktion auf ein Bindungsbedürfnis oder eine Bedrohung des Kindes selbst starke Angst zeigt. In beiden Fällen steht die Bindungsfigur nicht zur Verfügung, um das Kind zu schützen oder zu regulieren. Solche Ereignisse werden abgetrennt vom episodischen Gedächtnis gespeichert und sind meist nicht bewusstseinsfähig. Sie steuern aber, wenn bestimmte Reize (Gerüche, Worte, Schreien) diese abgetrennten System triggern, Verhalten und Erleben der Person. Meist schilden Betroffene, dass sie in solchen Situationen von Emotionen überflutet werden, „austicken“, völlig unlogisch reagieren, sich außer Kontrolle fühlen, oder auch dissoziieren.
Bindung im Erwachsenenalter
Auch im Erwachsenenalter wird unser Verhalten und Erleben in Beziehungen maßgeblich durch unsere Bindungsrepräsentationen beeinflusst. Das ist bei einer sicheren Bindung unproblematisch, geht aber bei einer unsicheren Bindung oder einem unverarbeiteten Bindungstrauma oft mit erheblichen Problemen in Beziehungen einher. Daher wenden sich viele Personen mit unsicherer Bindung und unverarbeiteten Bindungstraumata an Psychotherapie oder Coaching.
Bindungsbasiertes Coaching
Bindungsrepräsentationen kann man auch verändern – durch neuartige Beziehungserfahrungen oder durch tiefgreifende Reflexion der eigenen Bindungsgeschichte und Integration unverarbeiteter Bindungstraumata.
Bindungserfahrungen zu reflektieren und Bindungsrepräsentationen zu verändern braucht die Unterstützung einer anderen Person. Am einfachsten geht dies aufgrund des professionellen Hintergrunds, und weil die Grenzen der Beziehung festgelegt sind und sie sich nicht in die üblichen „Beziehungskämpfe“ hineinziehen lassen, im Austausch mit einem Psychotherapeuten oder Coach. Voraussetzungen sind, dass der Psychotherapeut/Coach über ein fundiertes Hintergrundwissen in der Bindungstheorie verfügt und Ihre Bindungsrepräsentation richtig beurteilt. Dazu gehört eine Bindungsdiagnostik mit wissenschaftlich evaluierten Verfahren wie z.B. dem AAP, dem Adult Attachment Projective.
Bindungsassessment – die Erfassung der aktuellen Bindungsrepräsentation mittels AAP
Das Adult Attachment Projective (C. George & M. West, 1998) wurde vor über 30 Jahren von Wissenschaftlern und Experten der Bindungstheorie in Kalifornien und Kanada entwickelt, wissenschaftlich in zahlreichen Studien überprüft und eingesetzt und ständig aktualisiert. Die Antworten werden transkribiert und nach einem komplexen System hinsichtlich verschiedener Aspekte, inklusive psychischer Abwehrprozesse, ausgewertet. Das AAP erlaubt eine Einschätzung der aktuellen Bindungsrepräsentation und damit Erleben und Verhaltensmuster in Bindungsbeziehungen zu Partnern, Eltern, Kindern und engen Freunden.
Zudem gibt das AAP Hinweise auf schambezogene Themen. Beschämungen durch anderer geschehen im Zuge von Erziehung und Beziehungserfahrungen relativ häufig. Beschämt zu werden stellt immer einen Bruch in der Beziehung zwischen Beschämendem und Beschämtem (oft ein Kind) dar. Wird der Bruch in der Bindungsbeziehung nicht durch Entschuldigungen und Wiedergutmachungen repariert, so kann sich die Beschämung auch intensiver auswirken. Im ungünstigen Fall wird die Emotion Scham und „Sich-Schämen“ zu einem Kernanteil der Person (core-shame) und beinflusst Selbstwert, Erleben und Verhalten in ungünstiger Weise. Oft hält einen die Angst vor Beschämung davon ab, Dinge zu tun, die man an sich gerne versuchen würde. Daher ist die Information über schambesetzte bindungsrelevante Themen oft hilfreich für die persönliche Weiterentwicklung. Da Schamerfahrungen nicht immer bewusst sind, stellt das Bindungsassessment wichtige Hintergrundinformationen für die Reflexion zur Verfügung.
Bindungsassessment für Klienten und Therapeuten
Das Bindungsassessment kann online über zoom/teams oder im persönlichen Gespräch erfolgen. In einer Sitzung (45 min) wird das AAP durchgeführt.
Frühestens eine Woche später erhalten Sie die Rückmeldung – entweder im persönlichen Gespräch (50 min) oder, wenn gewünscht, per email über ein pdf-Dokument/Brief.
Sind Sie Psychotherapeut/Coach, haben tiefergehendes Wissen in der Bindungstheorie und arbeiten mit ihren Klienten bindungsbasiert bzw. an Bindungsthemen?
Dann können Sie Klienten mit deren Einverständnis und deren Kostenübernahme zum Bindungsassessment anmelden. Falls Sie selbst ein Training zum AAP absolviert haben, erhalten Sie den Auswertungsbogen (Bindungsrepräsentation/Klassifikation, Abwehrprozesse, Themen mit unverarbeitetem Bindungstrauma, Indikatoren für Scham-besetzte Themen) und können diese Information für die Arbeit mit Ihrem Klienten nutzen (der Klient erhält dann kein direktes Feedback, sondern nur über Sie). Falls Vorkenntnisse fehlen, erfolgt das Feedback an Sie in Briefform (email, pdf).
ACHTUNG:
Die Teilnahme am AAP führt bei vielen Menschen zu einer intensiven Beschäftigung mit Bindungsthemen und kann sehr aufwühlend sein. Ebenso kann auch die Rückmeldung zu den Ergebnissen zu einem Hinterfragen bisheriger Meinungen, des Wissens über sich selbst und nahestehende Bindungsfiguren führen. Für manche Personen stellt dies eine krisenhafte Erfahrung dar. Daher überlegen Sie bitte vor einem Bindungsassessment genau, ob Sie oder Ihr Klient/Patient mit dieser Information gut umgehen können. Es wird hier ausdrücklich auf dieses Risiko hingewiesen – das Bindungsassessment stellt keine Form einer Behandlung dar oder ersetzt diese.
Bindungsbasiertes Coaching
Möchten Sie die Ergebnisse aus dem AAP genauer besprechen und in Zusammenhang mit Erfahrungen aus dem bisherigen Leben setzen? Möchten Sie Anregungen und Rat, wie sie sich in persönlichen Beziehungen, als Bindungspartner oder Bindungsfigur für ein Kind (oder auch Klienten/Patienten) weiterentwickeln können? Dann nutzen Sie das Angebot, in drei weiteren Sitzungen die Erkenntnisse aus dem Bindungsassessment zu reflektieren und auch mit weiteren Methoden wie z.B. der Early Memories Procedure (Bruhn 1992) zu integrieren.


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